Stand des Romans September 2015

Diese Woche lege ich erneut Rechenschaft über den Stand des Romans ab. Nach der großen Umstrukturierung vor drei Wochen kehrt jetzt langsam wieder Ruhe in der Lyx-Datei ein und alles folgt wieder einem gewohnten Arbeitsablauf.

 

Zwar sind die Änderungen die ich noch vornehmen muss noch lange nicht komplett eingearbeitet, aber es geht voran und ich bin mit dem Ergebnis langsam zufrieden. Bevor ich also wieder ein neues Youtube-Video fertig stellen kann (gerade überlege ich auch die einzelnen Episoden als Podcasts zu veröffentlichen), muss ich damit erst einmal fertig werden.

 

Vorher verrate ich euch, wie der Roman strukturell aufgebaut ist und wie ich arbeite.

 

 

Roman schreiben ist für mich irgendwie wie ein großes Geflecht aus einzelnen unterschiedlichen Mustern die man dann zu einem großen Muster zusammennäht. Wie bei einem Teppich. Das heißt, ich kenne den großen Plot, unterteile ihn in immer kleinere Einzelteile und arbeite dann an jedem einzelnen Muster. Mal hier, mal da; da etwas ändern, da etwas abschneiden oder da etwas VERBRENNEN… Im Falle meines Romans heißt das, dass ich ihn in drei große Teile geteilt habe.

  

Der erste Teil besteht aus vier Einzelteilen. Der zweite aus sechs und der dritte aus dreien. Also zwölf Einzelteile aufgeteilt auf drei große Hauptteile. Wenn euch das bekannt vorkommt, liegt ihr richtig: Ich orientiere mich stark an der monomythischen Struktur, an der Heldenreise von Christopher Vogler die auf den Theorien von Joseph Campbell aufbauen. Aber es wäre ja keine neue Sache (und auch uninteressant) wenn ich damit nicht versuchen würde,  etwas anzustellen, bzw. herumzuexperimentieren!

  

Im ersten Teil habe ich beispielsweise die vier kleinen Teile in jeweils acht Erzählungen runtergebrochen, wobei die erste und die letzte die Rahmenhandlung bilden, die alles miteinander verknüpfen (im zweiten und dritten Teil ist die Aufteilung logischerweise anders, weil die Handlung ja vorangetrieben wird).  Die Erzählungen orientieren sich thematisch angelehnt an die Station der Heldenreise derer sie unterstehen und folgen jeweils für sich einer kleinen Mini-Heldenreise, die immer ein Liebesmotiv enthält.

  

Ich musste mir dabei natürlich Grenzen setzen und wollte, dass die Länge der einzelnen Erzählungen immer fast gleich ist, also eine Art Rhythmus oder einer Art (Liebes-)Melodie folgt. Da allgemein angenommen wird, dass die Aufteilung einer Heldenreise 1:2:1 ist und die Länge von gut erfassbaren Kurzgeschichten bei 20.000 Zeichen liegt, musste ich mir dann natürlich ausrechnen, wie viel Zeichen ich wo, wann und wie pro Kapitel, pro Teil, Pro Erzählung und pro Ministation in der Erzählung verwenden darf (das hilft übrigens ungemein um Laber-LyD halbwegs unter Kontrolle zu halten). Das herauszufinden hat mich allein schon mindestens ein paar Wochen gekostet (ich probiere immer, plane ein bisschen, schreibe etwas, stelle fest, das passt alles nicht zusammen, schmeiße weg, plane konkreter und mache neu.  Das Ganze passiert mehrmals für alle Bereiche).

So konnte ich auch ausrechnen, dass ich noch mindestens fünf Jahre brauche, bis ich alles fertig geschrieben habe, weil ich bisher immer ganz gut nachvollziehen konnte, wie viel ich in einem Monat schaffe…

 

Ich erzähle euch das, weil Planung und Struktur zum Schreiben eines Romans alles ist. Einen Roman von vorne bis hinten durchschreiben zu können, funktioniert vielleicht im Kopf aber nicht in der Ausführung.  Ich hab das jetzt mit mehreren Besuchen beim heiligen Mülleimer gelernt.

 

Nächste Woche werde ich wieder einen Selbstoptimierungstipp veröffentlichen. Bis dahin wünsche ich euch einen super Start in die Woche!


Herr LÿÐmann

 

PS: Es gibt wieder neue Rezensionen von mir bei lovelybooks :)